Arbeitssicherheitstraining für chinesische Praktikanten in den Kfz-Werkstätten der BNS2

In Kooperation mit dem Deutsch-Chinesischen Freundeskreis zur Förderung der Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung e.V. fand das erste Arbeitssicherheitstraining „Umwelt- und Arbeitsschutz in Kfz-Werkstätten“ für chinesische Auszubildende in unseren Kfz-Werkstätten statt.

Der Praktikantenaustausch geht auf die Regierungskonsultationen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2015 zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang zurück. Ein verstärkter Austausch im Bereich der beruflichen Bildung soll angestrebt werden. Mit dem dreimonatigen Praktikum von 15 Auszubildenden aus Peking ist es erstmals gelungen, jungen chinesischen Auszubildenden die Chance zu bieten, die betriebliche Realität in Kfz-Werkstätten im Raum Karlsruhe kennenzulernen.

Im eintägigen Lehrgang an der BNS2 ging es im Wesentlichen um sicherheitsrelevantes Verhalten und Arbeiten in der Werkstatt. Die Unterrichtsstunden umfassten die Analyse verschiedener Arbeitsbereiche an Kfz-spezifischen Arbeitsplätzen, Kurzunterweisungen an Einrichtungen wie z.B. Hoch-Volt-Systemen, Behandlung von berufsspezifischen Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe, Erkennen von Sicherheitskennzeichen, Umsetzen von Unfallverhütungsmaßnahmen und vieles mehr.

Die Praktikanten stehen am Ende ihrer 3-jährigen Kfz-Ausbildung in China und schließen ihre Ausbildung mit dem Praktikum in Deutschland ab. Das Ausbildungskonzept wird nach deutschem Beispiel (Rahmenlehrplan und Ausbildungsordnung) in einer vollzeitschulischen Ausbildung umgesetzt.

Die Balthasar-Neumann-Schule 2 wünscht den Auszubildenden für die noch anstehenden Abschlussprüfungen viel Erfolg!

 

 

 

Der Wanderer - Sandelholz

Bruchsal (von Team ZukunftBeruf | 11. Aug 2017). Wie riecht Mode? Spritzig sauer oder doch eher blumig leicht? Freundlich fröhlich oder traurig? Die Abschlussklasse des Dreijährigen Berufskollegs für Mode und Design an der Balthasar-Neumann-Schule 2 spürte in ihrer Abschlussmodenschau diesen Fragen nach und lockte die Zuschauer auf eine Reise durch die Welt der Düfte.

‚Die Unsterbliche – Honig‘, ‚Die Unschuldige – Orangenblüte‘, ‚Die Bissige – Bergamotte‘ oder ‚Der Fürst der Ruhe – Lavendel‘ waren die duftenden Namen für die Kreationen der Schülerinnen. In der Modenschau können sie ihre zum Outfit gewordenen Assoziationen unter professionellen Bedingungen präsentieren.

Die dreijährige Ausbildung hat zum Ziel, die schöpferischen Fähigkeiten unter Berücksichtigung ihrer Umsetzbarkeit in Industrie und Handwerk zur Entfaltung zu bringen. Sie soll die Absolventen auch befähigen, den rasch wechselnden Ansprüchen der Modebranche gerecht zu werden.

 

 

 

Vom Papier auf den Körper


SITZT ALLES? Die technische Oberlehrerin Gabriele Stäbler (links) überprüft das Kleid von Sylvia Herrmann.


UNIKATE sind die Stücke, die die angehenden Designer der Modeschule Bruchsal entworfen, zugeschnitten und genäht haben. Denny Wedel ist einer der wenigen Schüler in diesem Ausbildungs-bereich.     (Fotos: Alàbiso)

Modeschüler lernen am Bruchsaler GBZ

Bruchsal (Nicolle Jannarelli). Die Bügelstationen dampfen, die Nähmaschinen rattern und im Stofflager herrscht ein reges Kommen und Gehen. Die Schülerinnen und (einzelnen) Schüler der Modeschule Bruchsal sind mächtig eingespannt. Schließlich bereiten sie gerade ihre Kreationen für ihre Modenschau im Sommer vor. Im Bürgerzentrum in Bruchsal werden sie dann ihre Stücke vorführen. Designer, Schneider, Model – jeder Schüler übernimmt diese Aufgaben für sich in Personalunion.

Angegliedert ist die Vollzeitausbildung an die Balthasar-Neumann-Schule 2 des Gewerblichen Bildungszentrums (GBZ) in Bruchsal. 50 Auszubildende in drei Jahrgängen wollen zu staatlich geprüften Designern werden. Eine aussagekräftige Bewerbungsmappe inklusive Zeichnungen sowie eine Prüfung galt es vor der Aufnahme an der Schule zu schaffen. „Die Jugendlichen brauchen mindestens einen Realschulabschluss“, berichtet Angelika Schwab, Lehrerin für Modezeichnen, Illustration und Gestaltung sowie Koordinatorin der Modenschau.

Vor allem am Anfang sei es für die Schüler eine Herausforderung, einen Entwurf dann auch in einen Schnitt umzusetzen. Also, die Idee vom Papier auf den Körper zu bringen, berichtet die Lehrerin. Daher sei beim Zeichnen gerade die räumliche Wahrnehmung gefordert. Überhaupt sei die Ausbildung anspruchsvoll. „Wir wollen die Schüler auf die Realität in den Betrieben vorbereiten und ihnen zeigen, dass der Entwurf nicht alles ist, sondern noch viele Schritte folgen“, sagt Schwab.

Neben der Arbeit für die alljährliche Modenschau, an der alle Klassen beteiligt sind, gibt es noch weitere Facharbeiten und Projekte, die im Laufe eines Schuljahres erledigt sein wollen. Einige Schüler machen nebenbei noch die Fachhochschulreife. „Die Ausbildung ist wirklich sehr zeitaufwendig und intensiv“, berichten auch Sue Melzer und Jessica Lieder. Die beiden sind in der Abschlussklasse und berichten, dass sie zu Beginn eine ganz andere Vorstellung gehabt haben. „Man nimmt sich oft Arbeit nach Hause“, sagt Jessica. Aber sie ist sich mit Sue einig: „Wenn man dann das Oberteil mal näht, das man entworfen hat, wenn man sieht, was man geschaffen hat, fühlt sich das richtig gut an.“ Architektur – das ist das Oberthema der Modenschau in diesem Jahr. Die Schüler im dritten Ausbildungsjahr haben Schwerpunkte gesetzt – Tipi, Golden Gate Bridge, Burg Eltz und Bird’s Nest (das Pekinger Olympiastadion) grenzen ihre Arbeiten ein. Dazu kommen noch Rahmenbedingungen, die etwa die Silhouette oder das Farbkonzept vorgeben. Anhand einer Materialstückliste müssen sie festlegen, was sie für das Kleidungsstück brauchen.

Später einmal können die jungen staatlich geprüften Designer in der Industrie arbeiten. „In der Regel haben sie nach den drei Jahren bei uns, einen Schwerpunkt gefunden. Sie arbeiten dann im Entwurf, Schnitt oder Einkauf“, berichtet Angelika Schwab. Dafür müsse man häufig auch bereit sein, ins Ausland zu gehen. Andere entscheiden sich für ein Studium.